
Herbstzeit ist Wanderzeit
Herbstwandern in Bayern: kürzere Tage, geschlossene Hütten, Rücksicht auf Wildtiere – unsere Tipps für sichere Touren in der goldenen Jahreszeit.
- Typ
- Saisonales
Wenn die Lärchen golden werden und die Luft nach Laub riecht, zieht es uns noch einmal raus in die Berge. Für uns ist der Herbst die schönste Jahreszeit, drinnen wie draußen.
Aber der Herbst hat seine eigenen Regeln. Auf unseren ersten Herbsttouren haben wir einiges gelernt – manchmal schmerzhaft. Damit es euch besser geht, hier unsere wichtigsten Tipps fürs Herbstwandern.
Tageslicht und Ausrüstung
Es wird spürbar früher dunkel. Was im Sommer noch locker als Feierabendrunde ging, ist im Oktober oft schon eine Tour in die Dämmerung. Plant kürzere Touren und rechnet die Rückwegzeit großzügig. Eine Stirnlampe gehört jetzt wieder in jeden Rucksack, auch wenn ihr nur kurz unterwegs seid. Ebenso eine warme Schicht: Sobald die Sonne weg ist, wird es in den Bergen schnell kalt. Wir packen immer eine dünne Daunenjacke oder Softshell und Handschuhe ein, selbst wenn es im Tal noch mild ist.
Hütten und Almen: nicht mehr selbstverständlich
Die Almsaison geht zu Ende. Viele Hütten schließen im Laufe des Oktobers, nur einige wenige haben länger geöffnet – zum Beispiel die Dalfazalm, die noch bis Mitte November geöffnet hat. Aber Achtung: Schönes Wetter ist kein Garant für eine offene Hütte. Wir haben bei unseren ersten Herbsttouren schmerzlich lernen müssen, dass eine Alm trotz Sonnenschein geschlossen sein kann. Packt euch für solche Fälle Proviant ein und verlasst euch nicht darauf, unterwegs einzukehren.
Natur und Umwelt
Im Herbst beginnt in einigen Gebieten wieder die Zeit der Wald-Wildschongebiete und Betretungsverbote. Am Jägerkamp etwa gibt es entsprechende Zonen. Informiert euch vor der Tour, zum Beispiel auf Outdooractive oder Alpenvereinaktiv, ob eure Route betroffen ist. Bleibt auf den Wegen und nehmt Rücksicht auf Wildtiere. Das gilt zwar ganzjährig, im Herbst und Winter aber ganz besonders: Die Tiere brauchen jetzt ihre Ruhe, um gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen.
Sonnenauf- und -untergangstouren
Wer zum Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang auf einen Gipfel will, sollte wenig begangene Berge meiden. Wir wählen lieber beliebte Gipfel wie den Jochberg, wo Wildtiere Wanderer bereits gewohnt sind und ihr weniger stört. Auf einsamen Pfaden ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass ihr Wild aufschreckt – das muss nicht sein.
Unser Herbst-Check
Bevor wir losgehen, prüfen wir kurz:
- Ist die Tour kurz genug für das Tageslicht?
- Haben wir Stirnlampe und warme Kleidung im Rucksack?
- Ist die Hütte wirklich offen – und haben wir Proviant als Backup?
- Gibt es auf der Route Wildschutzgebiete oder Betretungsverbote?
- Liegt der Gipfel in einem stark begangenen Gebiet?
Wenn alle Punkte passen, steht einer entspannten Herbsttour nichts im Weg. Wir lieben die goldene Jahreszeit in den Bergen – mit etwas Vorbereitung bleibt sie genau das: golden.