Schneeschuhtour auf die Lacherspitze

Schneeschuhtour auf die Lacherspitze im Chiemsee-Alpenland: 7,5 km, 650 hm, geführte Tour für Einsteiger und Familien – alle Infos zu Route, Ausrüstung und Anre

Kategorie
Wandern
Schwierigkeit
Mittel
Distanz
7.5 km
Dauer
4 Std
Saison
winter

Öfter mal was Neues wagen – ein guter Vorsatz. Für alle, die noch nie auf Schneeschuhen standen und die Winterlandschaft einmal anders erleben möchten, ist diese geführte Tour genau richtig. Man muss sich nicht um Ausrüstung und Wegfindung kümmern, sondern kann abschalten, in die Natur eintauchen und genießen.

Vom Parkplatz zur Lacheralm

Unsere Tour startete am Parkplatz Unteres Sudelfeld. Bevor es losging, stellte sich unser Bergführer Andi von der Bergschule Blue Mountain Spirit vor. Auch ohne akute Lawinengefahr war ihm wichtig, die Gefahren einzuordnen. Jeder Teilnehmer bekam Schneeschuhe, Stöcke und eine komplette LVS-Ausrüstung – Schaufel, Sonde und LVS-Gerät.

Nach dem obligatorischen Check ging es auf einen vereisten Forstweg. Mit Schneeschuhen spürt man sofort den guten Halt, ähnlich wie mit Grödeln. Anfangs führt der Weg über leicht ansteigendes Alm- und Wiesengelände. Nach etwa einer Stunde erreichten wir die Lacheralm auf 1.460 Metern. Ab hier geht es das erste Mal ins offene Gelände, der Weg wird deutlich steiler. Andi zeigte uns, wie man die Aufstiegshilfen aufklappt, um bequemer zu gehen. Mit der richtigen Fußstellung meisterten wir auch schwierige Passagen. Wichtig: Die Wald-Wild-Schongebiete werden gemieden, damit das Wild im Winter seinen Rückzugsort behält. Beachtet die Hinweisschilder und Routenempfehlungen.

Auf den Gipfel

Da die Wegverhältnisse über den Seewandgrat nicht optimal waren, näherten wir uns dem Gipfel von Osten. Ein ortskundiger Führer wählt eben die beste Route für die Gruppe aus. Oben angekommen genossen wir die grandiose Gipfelaussicht – naja, fast: Wir hatten ordentlich Wind, Schneegestöber und nur wenige Meter Sicht. Andi erklärte mit Humor, was bei gutem Wetter zu sehen wäre: Von Wendelstein bis Watzmann oder Großvenediger.

Etwa fünf Meter unterhalb des Gipfels zogen wir die Schneeschuhe aus. Die letzten Meter erfordern etwas Hand am Fels – bei eisigen Bedingungen nicht ganz ungefährlich und man muss aufmerksam sein. Dank der helfenden Hand unseres Bergführers kamen alle sicher oben an.

Charakter der Tour

Insgesamt waren wir etwa fünf Stunden unterwegs, inklusive Pausen. Die Pause machten wir etwas unterhalb des Gipfels, weil es oben zu ungemütlich war. Eine Einkehrmöglichkeit bietet die Tour leider nicht.

Ein Highlight war definitiv die verschneite Landschaft – wie aus einem Wintermärchen. Und sportlich war das Ganze auch: Unsere Beine haben wir am nächsten Morgen gespürt.

Auch bei Sauwetter war die geführte Schneeschuhwanderung ein unvergessliches Erlebnis. Die Kombination aus Bewegung, Natur und der Expertise des Bergführers machte den Tag besonders. Für Familien und Einsteiger ist diese Tour ideal. Wer wenig Erfahrung im offenen Gelände hat, keine Ausrüstung besitzt und ein sorgloses Winterabenteuer erleben möchte, sollte die geführte Tour buchen. Die Bergführer gehen individuell auf die Gruppe ein.

Ausrüstung
Schneeschuhe, Stöcke, bei eigener Tour: LVS-Ausrüstung (Schaufel, Sonde, LVS-Gerät). Bei geführter Tour wird die Ausrüstung gestellt.
Beste Jahreszeit
Winter (bei ausreichend Schnee)
Barrierefreiheit
Gipfelaufbau etwas exponiert, letzte Meter erfordern Hand am Fels. Nicht für Kinderwagen geeignet.
Anreise & Logistik
Anreise mit Auto: A8 bis Ausfahrt Weyarn, über Miesbach und Schliersee nach Bayrischzell, Parkplatz Unteres Sudelfeld direkt an der B307 (Winter 15€ für Nicht-Skipass-Besitzer, kostenlose Parkplätze ca. 200-300m weiter, aber schnell belegt). Achtung: Route über A93 und Brannenburg ab Talstation Wendelsteinbahn mautpflichtig (4€). Öffentlich: BOB von München Hbf nach Bayrischzell, dann Ski-Bus zum Sudelfeld (Fahrpläne vorab prüfen).

Geeignet für: Anfänger, Familien

Zu beachten: Gipfelaufbau bei Eis und Schnee rutschig, nur mit Vorsicht, Lawinengefahr im offenen Gelände beachten, Wald-Wild-Schongebiete nicht betreten, Keine Einkehrmöglichkeit unterwegs

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